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Jugendliche stehen vor einer Ziegelwand ©Meister/KiJA OÖ

Kinderrechte

UN-Kinderrechtskonvention

Kinder sind nicht einfach kleine Erwachsene, für die ohnehin die Menschenrechte gelten, denn Kinder haben aufgrund ihrer Entwicklung spezielle Bedürfnisse, die besonders geschützt werden müssen. Deshalb verfassten die Vereinten Nationen 1989 54 Kinderrechts-Artikel.

Die UN-Kinderrechtskonvention wurde in Folge weltweit von fast allen Ländern unterzeichnet.

In Österreich gelten die Kinderrechte schon seit 1992. Einige Kinderrechte wurden 2011 sogar in die Bundesverfassung aufgenommen. Sie gelten für alle Kinder bis 18 Jahre.

Die Kinderrechte sind der Grundstein für eine kinderfreundliche Welt. Sie garantieren, dass Kinder Grundrechte haben, die nicht verletzt werden dürfen und deren Einhaltung keine Frage des "guten Willens" oder der "besonderen Großzügigkeit" ist. 

 

Mitbestimmung / Versorgung / Schutz

Inhaltlich lassen sich die 54 Artikel der UN-Kinderrechtskonvention in drei Kategorien aufteilen: Die drei Ps nach den englischen Begriffen Participation, Provision und Protection.

Participation = Mitbestimmung
Kinder und Jugendliche haben das Recht, sich an allen Belangen zu beteiligen, die sie und ihre Zukunft betreffen.
In Österreich wurde zB das Wahlalter von 18 auf 16 Jahre gesenkt. Dadurch bekommen Jugendliche früher die Möglichkeit, mitzubestimmen. Aber auch die Wahl von JugendsprecherInnen in den Gemeinderat ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung dieses Kinderrechtes.

Provision = Versorgung
Kinder und Jugendliche haben das Recht auf eine gute Grundversorgung.
Aus diesem Grund gibt es in Österreich das Kindergeld. Wenn die Eltern getrennt leben, muss der nicht im selben Haushalt lebende Elternteil Alimente bezahlen. Wenn die Eltern aber die Versorgung ihrer Kinder nicht sicherstellen können, muss der Staat einspringen.

Protection = Schutz
Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Schutz vor Gewalt und Ausbeutung.
In Österreich gibt es seit 1989 das Gewaltschutzgesetz, das heißt, die "g'sunde Watschen" ist verboten und auch in der Schule darf der gefürchtete Rohrstock nicht zum Einsatz kommen.

 

Deine wichtigsten Kinderrechte 

Alle Kinder haben dieselben Rechte!

Alle Kinder haben die gleichen Rechte -drei Kinder unterschiedlicher Herkunft stehen fröhlich nebeneinander!©Brigitte Grabner-Hausmannfröhliches Mädchen schiebt lachenden Buben im Rollstuhl über eine Blumenwiese©Brigitte Grabner-Hausmann

Es spielt keine Rolle, ob du ein Mädchen oder ein Bub bist, türkische, österreichische oder bosnische Eltern hast, reich oder arm bist…
…und auch nicht, ob du eine Behinderung hast; unabhängig davon sollst du die Chance bekommen, ein möglichst selbständiges und erfülltes Leben führen zu können.

Alle sollen die Rechte der Kinder kennen!

Fernsehgerät mit folgendem Text am Bildschirm: ORF 1, News über die Rechte der Kinder©Brigitte Grabner-Hausmann

Die Regierungen haben sich verpflichtet, die Kinderrechte bei Kindern und Erwachsenen bekannt zu machen.

Jedes Kind hat das Recht auf Privatleben!

Tagebuch und Stift©Brigitte Grabner-Hausmann 

Andere Kinder und Erwachsene müssen respektieren, dass es Dinge gibt, die nur dich etwas angehen, zB deine Post oder dein Tagebuch.

Jedes Kind hat das Recht auf seine Eltern!

Mutter, Kind und Vater©Brigitte Grabner-Hausmann

Du hast das Recht, bei deinen Eltern zu leben, es sei denn, es geht dir dort nicht gut. Du hast das Recht, Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben, falls du von einem oder von beiden getrennt lebst.

Jedes Kind hat das Recht seine Meinung zu sagen!

Mädchen mit einem Mikrofon in der Hand; Sprechblase mit dem Text: Meine Meinung zu diesem Thema ...©Brigitte Grabner-Hausmann

Du hast das Recht, zu allen Angelegenheiten, die dich betreffen, deine Meinung zu äußern und von den Erwachsenen gehört zu werden.

Kinder haben das Recht auf Religionsfreiheit!

Mädchen - Text in Sprechblase darüber: Ich bin katholisch; Bub - Text in Sprechblase darüber: Ich bin ein Moslem©Brigitte Grabner-Hausmann

Du hast das Recht zu entscheiden, welcher Religion du angehören willst, aber auch ob du überhaupt einer Religion angehören willst.

Kinder haben das Recht auf Spiel und Spaß!

Bub fährt mit dem Skateboard und hat Spaß©Brigitte Grabner-Hausmann

Du hast ein Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung. Städte und Gemeinden sollen dafür sorgen, dass genügend Spielplätze und Jugendtreffs vorhanden sind. Es soll auch Veranstaltungen für Kinder geben.

Gewalt an Kindern ist verboten!

Gewalt an Kindern ist verboten! Bub schützt sich mit seinen Händen vor einer zuschlagenden Faust©Brigitte Grabner-Hausmann

Du darfst nicht geschlagen, misshandelt oder eingesperrt werden. Auch Vernachlässigung ist eine Form der Gewalt.

Kinder haben das Recht auf Schutz vor sexuellem Missbrauch!

Selbstbewusstes Mädchen; Text in der Sprechblase: Mein Körper gehört mir! ©Brigitte Grabner-Hausmann

Sexuelle Gewalt an Kindern ist verboten. Niemand darf dich berühren, wenn du das nicht magst.

Kinder haben das Recht auf die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse!

Bub nimmt lächelnd und zufrieden ein Vollbad©Brigitte Grabner-Hausmann

Erwachsene müssen für dein Essen, deine Kleidung, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden sorgen. Du sollst ohne Not heranwachsen können.

Kinder, die nicht bei ihren Eltern wohnen können, werden geschützt!

Frau führt ein nettes Gespräch mit einem Jungen©Brigitte Grabner-Hausmann

Vielleicht lebst du aus irgendwelchen Gründen nicht bei deinen Eltern. Dann wird die Wohngemeinschaft oder das Heim, in dem du lebst, regelmäßig überprüft, um zu sehen, ob es dir dort gut geht.